Rumpelstilzchen nach den Gebrüder Grimm

Nach getaner schwerer Tagesarbeit treffen sich der Schneider, der Bäcker, der Fischer, der Schmied und der Müller in der gemütlichen Dorfschenke zum abendlichen Plausch. Es sind arbeitswillige Handwerker, die fleißig für den König ihres Landes schuften. Aber eben dieser König zahlt ihnen dafür keinen Lohn. Ihre Zeche müssen sie bei der einsichtigen Wirtin anschreiben lassen. Und so auch der Müller. Aber dieser erzählt seinen Freunden, wie er sehr bald zu Geld kommen wird. Seine Tochter, so prahlt er, könne nämlich Stroh zu Gold spinnen. Alle wissen, dass des Müllers Tochter Ulrike ein sehr fleißiges Mädchen ist. Kurzum, sie hat goldene Hände! Die Prahlerei des Müllers wird aber von einem Kammerdiener belauscht. Dieser eilt schnellstens zu seinem König, um ihm die sensationelle Nachricht zu vermelden, denn sein König braucht dringend Geld.

Nun nimmt alles seinen fatalen Verlauf. Der König schickt seinen Sohn Heinrich, der eigentlich lieber Verse schmiedet und Lieder singt, zum Müller, um Ulrike in das königliche Schloss zu bringen.

Aber Heinrich weiß, dass man aus Stroh kein Gold spinnen kann und beschließt, dem Mädchen gegen den Willen seines Vaters zu helfen. Aussichtslos scheint die Lage der Müllerstochter. In einer mit Stroh gefüllten Kammer soll sie unter Androhung des Todes aus Stroh Gold spinnen. Sie ergibt sich in ihr Schicksal.Sie ist traurig und ratlos. Da erscheint plötzlich ein sehr seltsam anmutendes Männchen, das verspricht, für sie aus Stroh Gold zu spinnen. Für diesen Dienst verlangt er zunächst nur kleine Geschenke. Der König ist überglücklich, als er das erste Gold in ´seinen Händen hält. In seiner unermesslichen Gier verlangt der König nach immer mehr Gold. Dafür, so bestimmt er schließlich, soll Ulrike den Prinzen Heinrich heiraten dürfen. Und so geschieht es dann auch. Aber auch das Männlein verlangt für seine Dienste auch immer mehr. Und schließlich fordert er das erste Kind, welches Ulrike zur Welt bringt. Seine Bedingung: Er verzichtet nur auf das Kind, wenn Ulrike seinen richtigen´ Namen in Erfahrung bringt. Wieder eine schier unlösbare Aufgabe! Aber der Schneider, der Bäcker, der Fischer, der Schmied, selbst der Müller und der Prinzgemahl Heinrich sind nun gefordert, das Leben des Kindes zuschützen und damit das böse Männchen zu besiegen.

Ob das wohl gelingt?

Und noch eine Frage beantwortet unser Märchen:

Ist die Gier nach Reichtum und Gold wirklich das einzig erstrebenswerte Ziel der Menschen?